Logo von ReForm, es zeigt auf einem blauen Rechteck im linken Teil ein oranges Rechteck mit ineinander gewebten vier weißen Pfeilen. Rechts daneben steht ReForm und darunter Ressources in Transformation.

Wir sind glücklich und stolz, dass ReForm in die zweite Projekt-Runde gehen kann. Dies feiern wir am 2. November von 15-18 Uhr im Auditorium des Deutschen Bergbau-Museums unter anderem mit einem Festvortrag zum Thema „Spaces of Digitalizing Societies“ von Prof. Dr. Theodore Schatzki, Professor of Geography, Philosophy and Sociology an der University of Kentucky.

Programm

15 Uhr – Begrüßung

Grußworte durch Prof. Dr. Thomas Stöllner

Rückblick auf ReForm Phase 1 und Ausblick auf Phase 2 durch Prof. Dr. Thomas Stöllner

Festvortrag: Spaces of Digitalizing Societies gehalten von Prof. Dr. Theodore Schatzki

Anschließend Umtrunk

Prof. Dr. Theodor Schatzki

Lehrt Geografie, sowie Philosophie und Soziologie an der University of Kentucky
zur Falkutät
Wichtige Publikationen

Social Pracitces (1999), The Site of the Social (2002), Martin Heidegger: Theorist of Space (2007), The Timespace of Human Activity (2010), Social Change in a Material World (2019) und This but Not That. On what is and is not fundamentally new about digitalizing societies (02/2027).

Kurzsteckbrief

Geboren 1956 in Boston Massachusetts

Studium der angewandten Mathematik an der Harvard Universität, Bachelor 1977

Bachelor in Philosophie an der Universität Oxford 1979

Master of Arts in Philosophie an der University of California, Berkeley 1982

Doctor der Philosophie, University of California, Berkeley 1986

Postdoc an der Freien Universität Berlin 1982-1983

seit 1986 an der University of Kentucky in verschiedenen Funktionen

Forschungsschwerpunkte

Schatzki widmet sich vor allem der Theoretisierung des sozialen Lebens und mit der Praxistheorie. Letztere spielt heute nicht nur in den Sozialwissenschaften eine wichtige Rolle, sondern auch in den Forschungsbereichen der an ReForm beteiligten Wissenschaftler:innen u.a. aus Anthropologie, Archäologie, Geschichte und Geographie. Er untersucht dabei wie soziale Praktiken, räumliche Strukturen und materielle Gegebenheiten gesellschaftliche Beziehungen und Veränderungsprozesse prägen.

Seine aktuellen Forschungen drehen sich vor allem um die Auswirkungen der Digitalisierung, etwa durch Blockchain und algorithmischer Organisation, auf gesellschaftliche Strukturen und Institutionen.  

Spaces and Digitalizing Societies  – Abstract

Der Vortrag beschäftigt sich mit der These, dass zur Analyse digitalisierender Gesellschaften keine zusätzlichen Raumkonzepte – zum Beispiel digitaler Raum oder Cyberspace – erforderlich sind, die über die bisher bestehenden Konzepte zur Analyse vordigitalisierender Gesellschaften hinaus gehen. Zu Beginn widmet sich der Vortrag dem virtuellen Charakter dessen, was Menschen auf Computerbildschirmen sehen. Anschließend wird argumentiert, dass für die Analyse vordigitalisierender Gesellschaften mindestens drei Raumkonzepte erforderlich sind: Der physische Raum, lokale Regionen und Orte.

Mit Blick auf digitalisierende Gesellschaften hebt der Vortrag die Materialität der Digitalisierung hervor und diskutiert, wie Virtualität zum sozialen Wandel beiträgt. Dabei werden die Raumkonzepte Cyberspäce und topologischer Raum kritisch hinterfragt, die häufig zur Analyse digitalisierender Gesellschaften herangezogen werden. Der Vortrag schließt damit, wie die drei vorgenannten Raumkonzepte ausreichen, um die virtuellen Räume zu verstehen, die auf Computerbildschirmen dargestellt werden, beispielsweise auf Webseiten und in Spielen.

ReForm – Ressources in Transformation

Die Forschung von ReForm konzentriert sich auf das transformative Potenzial von Georessourcen. Ziel ist es, die Prozesse zu entschlüsseln, die im Laufe der Menschheitsgeschichte zu tiefgreifenden sozioökologischen Veränderungen geführt haben. Aus Sicht des Projektes halten Georessourcen Gesellschaften in Bewegung: Sie eröffnen Handlungsmöglichkeiten innerhalb menschlicher Praktiken und dienen zugleich als Deutungsrahmen für Wünsche, Machtverhältnisse und Ideologien.

In der ersten, explorativen Projektphase hat der Leibniz Wissenschafts-Campus ReForm ein Netzwerk kooperierender Forschender und Institutionen aufgebaut, darunter das Deutsche Bergbau-Museum Bochum, die Ruhr-Universität Bochum, die FernUniversität in Hagen und die Technische Hochschule Georg Agricola. Darüber hinaus wurden tragfähige methodische und theoretische Grundlagen geschaffen. Die zentralen Ziele von ReForm in der zweiten Projektphase sind: die theoretische Debatte zu konsolidieren und in einer Reihe gemeinschaftlich erarbeiteter digitaler Bücher zu Georessourcen zu veröffentlichen; Theorien mittlerer Reichweite zur Transformation und Verflechtung von Ressourcen auf unterschiedliche empirische Datensätze anzuwenden; und die gewonnenen Erkenntnisse mit der Öffentlichkeit zu teilen. Eine zentrale Erkenntnis aus der ersten Projektphase ist, dass es erkenntnisreicher sein kann, historische Fehlschläge zu untersuchen als historische Erfolge. Das übergeordnete Leitkonzept besteht darin, „Ressourcen lebendig werden zu lassen“ und diesen Ansatz auf weitere Forschungsfelder der Geistes- und Naturwissenschaften auszuweiten.
Unser Kooperationsnetzwerk umfasst inzwischen auch neue Projektleitende (Principal Investigators, PIs) und Institutionen, darunter das Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, das Institute of Climate and Energy Systems (ICE) am Forschungszentrum Jülich GmbH (Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft) sowie das Forschungszentrum „Human Interaction with Mineral Resources in Alpine Terrains“ (HIMAT) an der Universität Innsbruck.

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