Donnerstag, 11 März 2021 15:23

Selinunt 2020 - Kampagnenbericht Empfehlung

geschrieben von Theresa Rafflenbeul
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Das Projekt „Der Osthafen von Selinunt“ unter der Leitung von Prof. Dr. Jon Albers wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und fand in Kooperation der Ruhr-Universität Bochum und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit der Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Instituts (Prof. Dr. Ortwin Dally) sowie dem Parco Archeologico di Selinunte e Cave di Cusa (Dr. Barnardo Agrò) statt.

 

Kampagnenstart

Die Sommerkampagne 2020 der Klassischen Archäologie in Selinunt (Marinella di Selinunte, Sizilien/IT) startete am 27. Juli 2020. In dem Projekt erforscht ein Team aus ArchäologInnen und Studierenden der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Bonn in Kooperation mit der Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Instituts und dem Parco Archeologico di Selinunte e Cave di Cusa das Tal des Gorgo Cotone östlich des antiken Stadtgebietes. Das von der DFG finanzierte Projekt „Der Osthafen von Selinunt“ unter der Leitung von PD Dr. Jon Albers (Bochum) läuft bereits seit 2019 und hat das Ziel, einen architektonisch ausgestalteten Hafen im heute verlandeten Flusstal zweifelsfrei nachzuweisen. Bereits bei geophysikalischen Prospektionen in diesem Gebiet, die 2014-15 von der Universität Köln und dem DAI Rom durchgeführt wurden, konnten erste Hinweise entdeckt werden, die aktuell mit feldarchäologischen Untersuchungen in zwei Schnitten (S1 und S3) untermauert werden.

Projektseite der Uni Bonn

DFG-Projektseite

Das Flusstal des Gorgo Cotone liegt östlich des zentralen Siedlungsplateaus von Selinunt.

Das Flusstal des Gorgo Cotone liegt östlich des zentralen Siedlungsplateaus von Selinunt.

Die beiden Schnitte der Kampagne 2020: Vorne S 1 im Norden des Tals und im Hintergrund S 3 im Südwesten.

Die beiden Schnitte der Kampagne 2020: Vorne S 1 im Norden des Tals und im Hintergrund S 3 im Südwesten.

 


Grabungsbeginn im Schnitt 1

Nachdem im letzten Jahr bereits zwei Schnitte angelegt wurden, kam dieses Jahr ein weiterer hinzu: Neben den fortlaufenden Untersuchungen im Schnitt 1, wurde der Schnitt 3 neu angelegt. Im Schnitt 1 (Schnittleitung: Annkatrin Benz B.A. (2019) und Axel Miß M.A. (2020), Bonn) konnten 2019 verschiedene Strukturen, darunter Mauerreste und eine eingefasste Straße, freigelegt werden, die nun durch eine Erweiterung nach Osten weiterverfolgt werden. Dafür wurde zunächst die obere Deckschicht (Unità Stratigrafica 1) auf einer Fläche von 13 x 28 m mit dem Bagger abgetragen. Die darunter liegenden Erdbefunde und Strukturen werden anschließend sorgfältig zeichnerisch und fotografisch dokumentiert. Von da an geht es mit kleinerem Gerät weiter: Darin sind die italienischen Grabungsarbeiter, die größtenteils mehrere Jahrzehnte Erfahrung vorweisen können, die unverzichtbaren Profis. Bereits jetzt ist erkennbar, dass weitere Strukturen in der Grabungsfläche zu erwarten sind: Die aus 2019 bekannte Straße verläuft weiterhin entlang der nördlichen Schnittgrenze und auch südlich davon liegen Steinstrukturen, die nun weiter in der Tiefe untersucht werden. Während der Arbeit in der sizilianischen Sonne dürfen aber auch ausgiebige Pausen im Schatten nicht fehlen!

Zu Beginn wurde die oberste Humusschicht mit einem kleinen Bagger entfernt.

Zu Beginn wurde die oberste Humusschicht mit einem kleinen Bagger entfernt.

Work in progress: Erste Strukturen werden schon sichtbar.

Work in progress: Erste Strukturen werden schon sichtbar.

Bevor weitere Schichten abgetragen werden, müssen sie unter anderem zeichnerisch dokumentiert werden.

Bevor weitere Schichten abgetragen werden, müssen sie unter anderem zeichnerisch dokumentiert werden.

Bei der Grabung arbeiten erfahrene Grabungsarbeiter aus dem Ort mit den Studierenden zusammen.

Bei der Grabung arbeiten erfahrene Grabungsarbeiter aus dem Ort mit den Studierenden zusammen.

Da die Temperaturen vor allem gegen Mittag oft die 40 Grad-Marke überschreiten können, sind alle froh über den Schatten, den der aufgestellte Pavillon bietet.

Da die Temperaturen vor allem gegen Mittag oft die 40 Grad-Marke überschreiten können, sind alle froh über den Schatten, den der aufgestellte Pavillon bietet.


Grabungsbeginn im Schnitt 3

In diesem Jahr wurde in Selinunt der neue Schnitt 3 (Schnittleitung: Hannah Renners M.A., Kiel) im südlichen Bereich des Flusstals zwischen der Manuzza und dem Osthügel angelegt. 2019 konnten zuvor in der Literatur erwähnte Strukturen auf der südlichen Ostseite der Hafenbucht nicht angetroffen werden. Dafür wurde jedoch ein Stampflehmboden und die verbrannten Reste einer ephemeren Hafenrandbebauung entdeckt. Der Schnitt 3 soll nun Einblicke in die architektonische Gestaltung auf der Westseite der Hafenbucht liefern. Er bildet eine Verlängerung des 2019 gegrabenen Schnittes S2. Im Laufe der ersten Arbeiten in S3 konnten neben neuzeitlichen Bodenveränderungen (Bewässerungsgräben) auch der antike Hafenboden identifiziert werden. Für die Dokumentation werden alle neuen Befunde mit der Totalstation eingemessen und Orientierungspunkte für die Zeichnungen markiert.

 Der Schnitt 3 von oben: Von den oberflächlichen Strukturen ließ sich leider nicht viel in den darunterliegenden Schichten nachverfolgen.

Der Schnitt 3 von oben: Von den oberflächlichen Strukturen ließ sich leider nicht viel in den darunterliegenden Schichten nachverfolgen.

Neben der zeichnerischen und fotografischen Dokumentation ist auch die Nivellierung und Messung der Höhenwerte der verschiedenen Befunde ein wichtiges Instrument. Diese erfolgt mit einer Totalstation.

Neben der zeichnerischen und fotografischen Dokumentation ist auch die Nivellierung und Messung der Höhenwerte der verschiedenen Befunde ein wichtiges Instrument. Diese erfolgt mit einer Totalstation.

Auch in Schnitt 3 arbeiten die Studierenden eng mit den Grabungsarbeitern aus Marinella, dem an den Park angrenzenden Ort, zusammen.

Auch in Schnitt 3 arbeiten die Studierenden eng mit den Grabungsarbeitern aus Marinella, dem an den Park angrenzenden Ort, zusammen.


Die Fundbearbeitung

Die Funde aus den Grabungen des Projekts werden parallel zur Grabung am Grabungshaus bearbeitet. Die Leiterin der Fundbearbeitung Miriam Rimböck M.A. (Bonn) wird bei allen Arbeiten tatkräftig von Leonie Nolte (Bochum) unterstützt. Neben dem Waschen und Sortieren der Keramik sind vor allem die Klassifikation, das Fotografieren und das Zeichnen der Fundstücke wichtige Arbeitsschritte. Das Fundmaterial ist durch die Bodenbedingungen in der verlandeten Hafenbucht eher schlecht erhalten und stark zerscherbt. Dennoch konnte 2019 bereits ein sehr großes Vorkommen von Transportamphoren, die aus dem griechischen Mutterland, Nordafrika und Südfrankreich importiert wurden, in dem archaisch bis klassisch datierenden Material erkannt werden, welches wiederum die Deutung des Flusstals als ehemalige Hafenbucht verstärkt.

Die Fundbearbeitung findet am Grabungshaus im Archäologischen Park von Selinunt statt.

Die Fundbearbeitung findet am Grabungshaus im Archäologischen Park von Selinunt statt.

Die Funde aus den beiden Schnitten werden hier klassifiziert und katalogisiert.

Die Funde aus den beiden Schnitten werden hier klassifiziert und katalogisiert.

Bevor das allerdings passieren kann, müssen die Funde aber erstmal von den lehmigen Erdresten befreit werden.

Bevor das allerdings passieren kann, müssen die Funde aber erstmal von den lehmigen Erdresten befreit werden.

In der sizilischen Sonne trocknet die Keramik recht schnell.

In der sizilischen Sonne trocknet die Keramik recht schnell.

…und kann so bald zum Fotografieren ausgelegt werden.

…und kann so bald zum Fotografieren ausgelegt werden.


Sonntags im Archäologischen Park: Die Akropolis und der Osthügel von Selinunt

Selbst nach sechs Tagen der Grabungsarbeit jede Woche hat das Team des Osthafen-Projekts noch nicht genug von der Archäologie: Sonntags wird der archäologische Park von Selinunt erkundet! Am 9. August standen die sog. Akropolis mit dem monumentalen Heiligtumsbereich an der Südspitze, der spätklassischen Festungsanlage und den Wohngebäuden verschiedener Phasen sowie der Osthügel mit weiteren großen Tempeln auf dem Programm. Bei dieser Exkursion konnten die Studierenden die architektonischen Reste der antiken Stätte erkunden und sogar eine exklusive Vorführung der Funktionsweise von Mahlsteinen erleben. Daneben boten sich die gut erhaltenen Reste der dorischen Tempel auch für detaillierte Datierungsüberlegungen an. Zur kurzen Erfrischung zwischendurch durfte eine Pause am Granita-Stand auf der Akropolis natürlich auch nicht fehlen.

Die erste Station? Die monumentale Befestigungsanlage aus der spätklassischen Phase der Stadt.

Die erste Station? Die monumentale Befestigungsanlage aus der spätklassischen Phase der Stadt.

Auf der Akropolis lässt sich die bewegte Siedlungsgeschichte Selinunts besonders deutlich greifen.

Auf der Akropolis lässt sich die bewegte Siedlungsgeschichte Selinunts besonders deutlich greifen.

Neben den verschiedenen Tempeln auf der Südspitze sind auch die griechischen und punischen Wohnhäuser von nahem zu besichtigen.

Neben den verschiedenen Tempeln auf der Südspitze sind auch die griechischen und punischen Wohnhäuser von nahem zu besichtigen.

Voller Einsatz: Der Projektleiter Prof. Dr. Jon Albers demonstriert die Verwendung eines Mahlgerätes, das aus einem umfunktionierten Architekturteil geschaffen wurde.

Voller Einsatz: Der Projektleiter Prof. Dr. Jon Albers demonstriert die Verwendung eines Mahlgerätes, das aus einem umfunktionierten Architekturteil geschaffen wurde.

Das Besondere am archäologischen Park? Hier kann man die monumentale Tempelarchitektur besichtigen, „erklettern“ und anfassen. So lässt sich das theoretische Wissen am Objekt anwenden.

Das Besondere am archäologischen Park? Hier kann man die monumentale Tempelarchitektur besichtigen, „erklettern“ und anfassen. So lässt sich das theoretische Wissen am Objekt anwenden.

0Das Besondere am archäologischen Park? Hier kann man die monumentale Tempelarchitektur besichtigen, „erklettern“ und anfassen. So lässt sich das theoretische Wissen am Objekt anwenden.

Auch eine Pause mit der typisch sizilianischen Granita gehört unbedingt bei einem Besuch der Akropolis dazu.

Auf dem Osthügel auf der anderen Seite der Grabungsflächen im Gorgo Cotone-Tal sind weitere dorische Tempel zu besichtigen. Darunter die gigantischen Reste von Tempel G und der klassische Tempel E.

Auf dem Osthügel auf der anderen Seite der Grabungsflächen im Gorgo Cotone-Tal sind weitere dorische Tempel zu besichtigen. Darunter die gigantischen Reste von Tempel G und der klassische Tempel E.


Impressionen aus dem Grabungsalltag: Das Grabungshaus

Trotz der aktuellen Umstände durch die Corona-Pandemie konnten die Feldarbeiten planmäßig anlaufen, wenn auch unter besonderen Bedingungen. So reiste das Team auf unterschiedlichsten Wegen an und ist aufgrund von Einzelzimmerbelegung auch in Selinunt an drei verschiedenen Orten untergebracht. Das tägliche Zentrum bildet allerdings weiterhin das Grabungshaus auf dem Manuzza-Hügel mitten im archäologischen Park von Selinunt mit einem spektakulären Blick zur Akropolis und dem monumentalen dorischen Tempel C. Das heutige Haupthaus, welches vor der Parkeröffnung als Wohnhaus errichtet wurde, besteht seit den 1950er Jahren neben weiteren Wohn- und Magazingebäuden, darunter eine umfunktionierte Kapelle von 1862. An diesem Ort wird zusammen gegessen, das Fundmaterial bearbeitet und die Abende gemütlich gemeinsam beschlossen. Dieses Jahr gehören zudem auch fünf Hunde zum Inventar dazu.

Das Grabungshaus im Archäologischen Park von Selinunt bietet schon seit Jahrzehnten eine Unterkunft für die archäologischen Grabungsmannschaften.

Das Grabungshaus im Archäologischen Park von Selinunt bietet schon seit Jahrzehnten eine Unterkunft für die archäologischen Grabungsmannschaften.

An diesem Ort findet das Leben neben der reinen Grabungstätigkeit statt – wobei hier zudem auch die Auswertung der Funde und der geomorphologisch-sedimentologischen Untersuchungen sowie das Schlämmen von Proben aus den Erdschichten durchgeführt wird.

An diesem Ort findet das Leben neben der reinen Grabungstätigkeit statt – wobei hier zudem auch die Auswertung der Funde und der geomorphologisch-sedimentologischen Untersuchungen sowie das Schlämmen von Proben aus den Erdschichten durchgeführt wird.

 

Unsere treuen Begleiter und Wächter in dieser Kampagne.Unsere treuen Begleiter und Wächter in dieser Kampagne.


Drohnenflüge

Morgens in aller Frühe oder abends nach dem Essen – dann kann Dr. Barbora Weissová (Bochum) am besten mit der Drohne Aufnahmen vom Gorgo Cotone-Tal und den beiden Grabungsschnitten machen. Zu diesen Zeiten steht die Sonne noch oder schon wieder tief und es gibt keine Schatten, welche die Sicht auf die Befunde beeinträchtigen. Neben den Dokumentations- und Orthofotos, die vor allem bei den großen Ausmaßen der beiden Schnitte anders nicht mehr zu erstellen wären, begleitet die Drohne das Team auch regelmäßig bei Ausflügen oder es werden Fotografien für die Außendarstellung der Grabung erstellt. So hat Prof. Dr. Jon Albers (Bochum) beispielsweise Ende August einen Vortrag über das Projekt und den Fortgang der Arbeiten für die breitere Öffentlichkeit gehalten, für welchen ein Werbefoto erstellt werden musste.

Ready for Take-off: Der Drohnenflug startet direkt am Grabungshaus – der Blick von oben auf die Grabungsflächen bietet neben der reinen Dokumentation auch immer eine neue Perspektive für die landschaftliche Einbettung der Fundstellen.

Ready for Take-off: Der Drohnenflug startet direkt am Grabungshaus – der Blick von oben auf die Grabungsflächen bietet neben der reinen Dokumentation auch immer eine neue Perspektive für die landschaftliche Einbettung der Fundstellen.

Mithilfe eines Tablets wird die Drohne gesteuert.

Mithilfe eines Tablets wird die Drohne gesteuert.

Schnitt 1 im Morgengrauen – zu dieser Tageszeit liegt das Tal des Gorgo-Cotone noch im feucht-kühlen Schatten.

Schnitt 1 im Morgengrauen – zu dieser Tageszeit liegt das Tal des Gorgo-Cotone noch im feucht-kühlen Schatten.


Weitere Arbeiten in den Schnitten 1 und 3

Nachdem der Bagger die gesamte Untersuchungsfläche in Schnitt 1 freigelegt hat, wird jeder neue Befund einzeln ergraben. Da zeitgleich immer auch die bereits dokumentierten Schichten abgetragen werden, kann es dabei teilweise auch ein wenig stressiger zugehen – aber unsere ZeichnerInnen und BefundbeschreiberInnen ließen sich nicht aus der Ruhe bringen! Bei der fotografischen Dokumentation, die neben den Drohnenfotos auch weiterhin per Hand gemacht wird, kann es bei stärkerem Wind auch mal etwas abenteuerlicher werden. Im Schnitt zeichnet sich derweil ab, dass die Befunde aus dem 2019 ergrabenen Teil auch in der Westhälfte der Erweiterung weitergehen – das entsprechende Niveau ist mittlerweile erreicht. Nun geht es darum, an einigen Stellen weitere Informationen zu den darunterliegenden Schichten zu erhalten und den gesamten architektonischen Komplex besser einordnen zu können. Der Projektleiter Prof. Dr. Jon Albers ist jedenfalls ständig präsent, um den aktuellen Stand und das Fundmaterial zu begutachten.

Im Schnitt 3 wurde derweil eine Erweiterung der Grabungsfläche nach Westen angelegt: hier wurden großflächige Erdbefunde mit Streifen angetroffen, die als Abdrücke einer Holzkonstruktion interpretiert werden kann. Die am Westrand der Fläche angetroffenen Reste der Emplektron-Verfüllung der ursprünglichen Stadtmauer Selinunts wurden hingegen nur dokumentiert aber nicht weiter untersucht, da die Fragestellung des Projekts sich vor allem mit den Hafenstrukturen beschäftigt. Dahingehend könnte sich an dieser Stelle nun ein Bereich für die Lagerung oder Instandhaltung der antiken Schiffe befunden haben – auch aus anderen antiken Städten sind Befunde sogenannter Schiffshäuser bekannt, so beispielsweise in Naxos an der Ostküste Siziliens.

 

Die Arbeiten im Schnitt 1 konzentrierten sich im Verlauf der Kampagne zunehmend auf bestimmte Bereiche der Fläche, in denen Sondagen angelegt wurden.

Die Arbeiten im Schnitt 1 konzentrierten sich im Verlauf der Kampagne zunehmend auf bestimmte Bereiche der Fläche, in denen Sondagen angelegt wurden.

Das Zeichnen der großflächigen Plana erfordert Ausdauer und Konzentration.

Das Zeichnen der großflächigen Plana erfordert Ausdauer und Konzentration.

Die große Fläche im Schnitt 1 kann nur noch mithilfe einer Leiter vollständig von Hand fotografiert werden. Bei dem teilweise sehr starken Wind eine Herausforderung!

Die große Fläche im Schnitt 1 kann nur noch mithilfe einer Leiter vollständig von Hand fotografiert werden. Bei dem teilweise sehr starken Wind eine Herausforderung!

Der Chef verschafft sich einen Überblick über das gefundene Material aus den ergrabenen Befunden.

Der Chef verschafft sich einen Überblick über das gefundene Material aus den ergrabenen Befunden.

Blick auf den Schnitt 3 mit der Erweiterung nach Westen.

Blick auf den Schnitt 3 mit der Erweiterung nach Westen.


Geomorphologisch-sedimentologische Untersuchungen

Zusammen mit zwei Studierenden der Universität Osnabrück führten die Geographen Dr. Marlen Schlöffel und Dr. Steffen Schneider (Uni Osnabrück/DAI Rom) geomorphologisch-sedimentologische Untersuchungen im Tal des Gorgo Cotone durch. Dabei werden Bohrungen im Erdreich vorgenommen, die nach der Auswertung am Grabungshaus Informationen über die geologische Geschichte des Tals und insbesondere den Verlandungsprozessen des antiken Hafenbeckens des Osthafens liefern. In den Bohrkernen befinden sich die einzelnen Schichten entsprechend ihres Entstehungsverlaufes ganz ähnlich eines archäologischen Profils. Die Proben beinhalten dabei neben Resten wie Sedimenten und Muscheln auch archäologischen Fundmaterial.

Bei der Durchführung der Untersuchungen muss jeder Handgriff sitzen.

Bei der Durchführung der Untersuchungen muss jeder Handgriff sitzen.

Steffel Schneider bereitet die fertigen Bohrkerne für den Transport zum Grabungshaus vor.

Steffen Schneider bereitet die fertigen Bohrkerne für den Transport zum Grabungshaus vor.

Die Auswertung der Bohrkerne übernimmt Marlen Schlöffel.

Die Auswertung der Bohrkerne übernimmt Marlen Schlöffel.

In den Kulturschichten sind unter anderem Keramikfragmente anzutreffen.

In den Kulturschichten sind unter anderem Keramikfragmente anzutreffen.


Exkursion zur Cave di Cusa

Neben dem archäologischen Park von Selinunt konnten die Studierenden auch den großen Steinbruch östlich des Stadtgebiets von Selinunt, die Cave di Cusa, besuchen. Das Areal erstreckt sich über fast 2 km und ermöglicht Einblicke in die verschiedenen Arbeitsschritte beim Abbau des Kalksteins. Besonders beeindruckend sind die riesigen Kapitelle und Säulentrommeln, die wohl einst für die Errichtung des monumentalen Tempels G auf dem Osthügel vorbereitet worden waren. Wie genau der Transport des Materials zum Bestimmungsort in Selinunt vonstattenging wird bis heute heiß diskutiert. Ob nun aber zu Land oder zu Wasser: beeindruckend ist das technische Wissen und die Leistung der antiken Handwerker ohnehin.

Jon Albers erklärt die grundlegende Abbautechnik für die monumentalen Säulentrommeln.

Jon Albers erklärt die grundlegende Abbautechnik für die monumentalen Säulentrommeln.

Neben den Säulen und Kapitellen wurden hier z. B. auch einfache Steinquader aus dem Kalkstein gebrochen. Spuren dafür gibt es auf dem gesamten, fast 2 km langen Gebiet der Cave di Cusa.

Neben den Säulen und Kapitellen wurden hier z. B. auch einfache Steinquader aus dem Kalkstein gebrochen. Spuren dafür gibt es auf dem gesamten, fast 2 km langen Gebiet der Cave di Cusa.

Die Studierenden stellen Überlegungen zum Transport des Baumaterials nach Selinunt an. Im Steinbruch sind einige solcher vergessenen Halbfabrikate zu finden. Durch sie war auch die Zuschreibung zum Tempel G auf dem Osthügel möglich.

Die Studierenden stellen Überlegungen zum Transport des Baumaterials nach Selinunt an. Im Steinbruch sind einige solcher vergessenen Halbfabrikate zu finden. Durch sie war auch die Zuschreibung zum Tempel G auf dem Osthügel möglich.

 


Letzte Arbeiten der Kampagne 2020

Irgendwann geht jede Kampagne mal zuende. Fünf Wochen lang hat das Team der Universitäten Bochum und Bonn zusammen sehr viele interessante Befunde und Strukturen freigelegt und der Erkenntnisgewinn ist immens! In der Zeit wurden die zwei großen Flächen gegraben und zusätzlich einige Sondagen innerhalb der Schnitte angelegt. Abschließend mussten die letzten Zeichnungen angefertigt und die Flächen für die Abschlussdokumentation vorbereitet werden. Beim Abschlussgrillen fand die erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen Beteiligten einen feierlichen Abschluss.

Was genau das Team in den beiden Schnitten gefunden hat, zeigen wir im Video zur Kampagne.

Letzte Arbeiten in einer der Sondagen im Schnitt 1 – am Ende wird es immer etwas hektisch, schließlich sollen die Arbeiten zu einem sinnvollen Abschluss gebracht werden, an dem in der nächsten Kampagne wieder angesetzt werden kann.

Letzte Arbeiten in einer der Sondagen im Schnitt 1 – am Ende wird es immer etwas hektisch, schließlich sollen die Arbeiten zu einem sinnvollen Abschluss gebracht werden, an dem in der nächsten Kampagne wieder angesetzt werden kann.

 

Im Schnitt 3 werden die Strukturen fleißig dokumentiert.Im Schnitt 3 werdendie Strukturen fleißig dokumentiert.

Beim traditionellen Abschlussgrillen kommen alle Mitarbeitenden der Kampagne zu einem gemeinsamen Fest am Grabungshaus zusammen – der vom sizilianischen Archäologen Gaspare Sciacca gegrillte Fisch ist dabei unter den „alten Hasen“ von Selinunt beinahe schon legendär.

Beim traditionellen Abschlussgrillen kommen alle Mitarbeitenden der Kampagne zu einem gemeinsamen Fest am Grabungshaus zusammen – der vom sizilianischen Archäologen Gaspare Sciacca gegrillte Fisch ist dabei unter den „alten Hasen“ von Selinunt beinahe schon legendär.

Gelesen 120 mal Letzte Änderung am Freitag, 12 März 2021 11:48